MB stellt Weichen für Cyber Resilience Act:
Security by Design als gelebte Praxis

Die europäische Regulierung rund um Cybersicherheit in industriellen Produkten nimmt Fahrt auf: Der Cyber Resilience Act (CRA) ist seit Dezember 2024 in Kraft und schafft verbindliche Anforderungen für Produkte mit digitalen Elementen. Die zentralen Pflichten werden gestaffelt wirksam. Meldepflichten für Schwachstellen und Sicherheitsvorfälle bereits ab September 2026, die vollständigen Konformitätsanforderungen ab Dezember 2027.

Für Unternehmen bedeutet das nicht nur neue regulatorische Vorgaben, sondern auch die Notwendigkeit, Cybersicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg systematisch zu verankern.

Für uns von MB connect line ist dieser Ansatz kein Paradigmenwechsel, sondern die konsequente Fortführung eines bereits etablierten IT-Sicherheitsverständnisses. Als Hersteller industrieller Fernwartungs- und Netzwerklösungen sehen wir als Unternehmen den CRA als Bestätigung eines Weges, der seit Jahren technisch und organisatorisch verfolgt wird: Security by Design und Security by Default.

IT-Security als Gesamtkonzept

Security ist für uns kein einzelnes Feature, sondern ein nachvollziehbares, systematisches Gesamtkonzept. Sicherheit muss architektonisch gedacht werden – von kontrollierten Kommunikationswegen über segmentierte Netzwerke bis hin zu klar definierten Betriebs- und Lifecycle-Prozessen.

Der CRA unterstreicht regulatorisch Anforderungen, die bei MB connect line bereits seit Jahren in Produktentwicklung und Unternehmensprozessen berücksichtigt werden. Dazu gehört insbesondere das Verständnis, dass Cybersicherheit nicht mit der Auslieferung eines Geräts endet, sondern während des gesamten Produktlebenszyklus aktiv begleitet werden muss.

Zertifizierte Prozesse als Fundament

Eine wichtige Grundlage bildet unser Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS), das seit März 2026 nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert ist. Damit sind zentrale organisatorische Anforderungen wie Risiko- und Maßnahmenmanagement, Schwachstellen- und Incident-Prozesse, Back-up und Wiederherstellungsprozesse, Rollen- und Verantwortlichkeiten sowie Aspekte der Lieferkette strukturell verankert.

Auch auf Entwicklungsebene setzt MB connect line auf etablierte Industriestandards. Der Entwicklungsprozess für neue Produkte ist seit 2024 nach IEC 62443-4-1 zertifiziert. Ziel ist eine sichere, nachvollziehbare und risikoadressierende Entwicklung digitaler Produkte.

Darüber hinaus bereitet das Unternehmen Produktzertifizierungen nach IEC 62443-4-2 für die neuen Hardwareplattformen vor (Release Mitte 2026) und berücksichtigt bereits heute weiterführende Anforderungen, die im Zuge des Cyber Resilience Act und ergänzender Normen entstehen. Damit soll sichergestellt werden, dass regulatorische Nachweise umfassend und belastbar erbracht werden können.

Securityfunktionen bereits heute integriert

Technisch setzen wir auf eine Vielzahl etablierter Securitymechanismen in aktuellen und neuen Produktgenerationen. Dazu zählen unter anderem sichere Boot- und Firmware-Konzepte, signierte und verschlüsselte Updates, rollenbasierte Zugriffskonzepte sowie segmentierte Netzwerkarchitekturen.

Auch kontrollierte Kommunikationspfade nach dem Prinzip „Least Privilege“ sowie Logging- und Nachvollziehbarkeitsfunktionen für Audit- und Betriebsanforderungen gehören zum Sicherheitskonzept. Ziel ist es, Angriffsflächen zu reduzieren, sichere Standardkonfigurationen bereitzustellen und umgesetzte Maßnahmen nachvollziehbar dokumentieren zu können.

Mehrjähriger Fahrplan zur CRA-Konformität

Für MB connect line ist der CRA keine einmalige Compliance-Aufgabe, sondern ein mehrjähriger Entwicklungsprozess. Bereits in den vergangenen Jahren wurden organisatorische und technische Grundlagen geschaffen. Dazu zählt der Aufbau zertifizierter Prozesse sowie die Entwicklung neuer Plattformen unter Berücksichtigung zukünftiger regulatorischer Anforderungen.

In den kommenden Jahren werden wir insbesondere technische Nachweise, Dokumentation sowie Lifecycle- und Schwachstellenmanagement weiter ausbauen. Parallel dazu werden Produktzertifizierungen durchgeführt und Sicherheitskonzepte kontinuierlich weiterentwickelt werden.

CRA Milestones

11. Juni 2026:
Vorschriften zu notifizierten Stellen werden wirksam.

11. September 2026:
Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle treten in Kraft.

11. Dezember 2027:
Vollständige Geltung der Konformitätsbewertung, technischen Dokumentation und CE-Kennzeichnungspflicht.

Auf diese Termine bereitet sich MB connect line bereits heute vor. Insbesondere die Meldeprozesse für Schwachstellen sind über unser zertifiziertes ISMS bereits strukturell verankert.

Mit Inkrafttreten der verpflichtenden CRA-Anforderungen setzt MB connect line auf Transparenz gegenüber Kunden und Partnern – etwa bei Support- und Pflegezeiträumen sowie bei der kontinuierlichen Anpassung an neue Bedrohungslagen.

CRA ersetzt keine Systemverantwortung

Gleichzeitig möchten wir auf einen wichtigen Punkt hinweisen: Der Cyber Resilience Act adressiert primär das einzelne Produkt mit digitalen Elementen. Werden Komponenten zu neuen Produkten zusammengesetzt, etwa in Maschinen- oder Anlagensystemen, wird der Integrator regelmäßig selbst zum Hersteller im Sinne des CRA und übernimmt damit die Konformitätsverantwortung für das entstehende Produkt. Wo andere EU-Regularien (etwa die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230) eigene Cybersicherheitsanforderungen vorsehen, regelt Artikel 2 CRA das Verhältnis der Regelwerke zueinander. In der praktischen Umsetzung empfiehlt sich ergänzend die Normenreihe IEC 62443.

Die sichere Integration, Konfiguration und der Betrieb bleiben weiterhin eine gemeinsame Verantwortung von Herstellern, OEMs und Betreibern. Um Kunden hierbei zu unterstützen, stellen wir von MB connect line Security Guidelines, Architekturbeispiele und technische Nachweise bereit.

Fazit

Mit Blick auf den Cyber Resilience Act sehen wir uns sehr gut vorbereitet. Der regulatorische Rahmen bestätigt für MB einen Weg, der bereits seit Jahren verfolgt wird: Cybersicherheit als überprüfbarer Bestandteil von Entwicklung, Betrieb und Produktpflege – nachvollziehbar umgesetzt über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

„Cybersicherheit ist bei MB connect line kein Marketingversprechen, sondern ein integraler Bestandteil der täglichen Arbeit.“

CTO Alexander Kamm

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